Januar 2017 Sammelalben

Das Ausstellungsstück des Monats sind

 

Sammelalben

Stollwerck–Bilder sind seit ihrer Entstehung um 1840 bis heute begehrte Sammelobjekte. Die Idee, Bilder zur Verkaufsförderung von Ware in Deutschland einzusetzten, geht auf Franz Stollwerck (1815 – 1876) zurück, der bereits ab 1840 „Bilder–Chocolade“ oder „Photographie–Chogolade“ produzierte. Es kann angenommen werden, dass Franz Stollwerck während seiner Gesellenzeit in Kaufhaus „Au bon marché“ inspiriert wurde, das den Kunden nach dem Einkauf Bildpräsente übergab, die auf der Rückseite einen Kalender und Firmenwerbung trugen und sie zum Wiederkauft motivieren sollten. Die Kundschaft war von dieser Idee derart begeistert, dass Aristide Boucicaut, der Inhaber des Kaufhauses, die Herausgabe von Bilderserien veranlasste.

1898 wurde nach einen Preisausschreiben über Reklamekunst das erste Sammelalbum mit dem Titel „Stollwerck’s Sammel-Album No. 1“ heraus gegeben. Das Sammelalbum wurde im Kleinformat 23,5 X29 cm sowie Großformat 26 x 37 cm produziert.

Die Sammelbilder dieser Zeit boten eine bunte Vielfalt an Themen und Motiven. Es erschienen zahlreiche Serien mit Darstellungen zu Märchen und Sagen, fernen Ländern, Landschaften, Pflanzen und Tieren, historischen Themen sowie Sport, Spiel und Zirkus.

Die ersten Liebigbilder erschienen um 1875 in Paris als Beilage zu den Produktpackungen von Liebigs Fleischextrakt. Unterstützt von eigens dafür angebotenen Sammelalben setzte um 1890 das systematische Sammeln der Bilder ein. Neben vielen anderen Themen beschäftigten sich die Bilderserien mit geografischen, naturkundlichen und geschichtlichen Themen und vermittelten, unterstützt durch erklärende Texte und eine ansprechende Gestaltung, Vorstellungen über die Welt außerhalb des eigenen Erfahrungs-Horizonts.


Ihren Höhepunkt sahen die Sammelbilder in der Zeit zwischen 1900 und 1910. Billigere Drucktechniken führten schließlich zu einem unter dem Begriff „Zigarettenbild.“ verbreiteten Massenprodukt. Auch bei den zugehörigen Alben setzte ein Wandel von den vorher üblichen Einsteckalben hin zu Einklebealben ein. Zudem waren die Alben jetzt einer bestimmten Thematik gewidmet.

Neben Sportalben aller Art waren zum Beispiel Film u. Schauspieler, Mode , Natur, Flaggen und Uniformen, Technik u. Verkehr, der Weltkrieg, aber auch Volkstracht u. Volkslieder Gegenstand des Sammelns.

Der Trend setzte sich in den 1930er Jahren fort. Sammelalben waren jetzt häufig mit viel Text versehen und sehr günstig (Preise um 1 Reichsmark) zu haben. Die Auflagen der Alben gingen in die Millionen, die Bilder sogar in die Milliarden. Beispiele sind der „Moden-Almanach“ und das „Volkstrachten“–Album von Haus Neuerburg sowie die vom Cigaretten-Bilderdienst Hamburg-Bahrenfeld(Reemtsma) herausgegebene Alben „Aus Wald und Flur – Tiere unserer Heimat“ und „Märchen der Völker“, letzteres künstlerisch wertvoll, 1939 aus dem Verkehr gezogen und durch „Deutsche Märchen“ ersetzt.

In den frühen 1950er Jahren gab es populäre länderkundliche Sammelalben der Margarine–Union AG Hamburg mit den berühmten „Sanella- Bildern“. Ähnlich wurden von der Fa. Peter Kölln KGaA, Elmshorn, Haferflocken Bilder den einzelnen Haferflockenpackungen beigefügt. Auch der Teigwaren-Hersteller Birkel hatte Sammelbilder zu den Themen „Steinzeit“ und „Zukunftstechnik“ im Programm. Die Alben hierzu waren käuflich zu erwerben.

Von 1965 bis 1980 waren die Papiertütchen mit je zwei oder drei selbstklebenden Bildern (5,5 x 7,5 cm) zu 10 Pfennig der Münchner Firma America sehr verbreitet, es gab mindestens 50 verschiedene
Reihen.

1979 dann drängte der Panini Verlag aus Nettetal (seit 1970 mit einzelten Alben in Deutschland vertreten) immer mehr auf dem Markt und brachte sein erstes Bundesliga-Album heraus, Ab 1984 waren nahezu alle anderen Sammelbilder – Verlage vom Markt verdrängt. Zum Sortiment von Panini gehörten Sticker zur Fußball- Bundesliga, Fußball-Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften sowie aus
Filmen Superhelden-Comics und Disney.

Ab 1989 gab es auch Alben der Firma Tops, die unter der Marke Merlin vertrieben werden. Diese Firma setzt auf ihre Zugpferde Star Wars, Herr der Ringe, Pokémon und Yu-Gi-Oh und ab 2009 auf die Vermarktung der Sammelbilder-Rechte an der Fußball-Bundesliga.

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Ausstellungsstücke:

  • 1. Deutsche Volks- Trachten ca. um 1935 (Zuban – Cigarettenfabrik AG. München)
  • 2. Auf Deutscher Scholle ca. 1933 (Zigaretten – Bilderdienst)
  • 3. Aus Wald und Flur 1939 (Zigaretten – Bilderdienst)
  • 4. Bunte Vögel aus aller Welt ca. 1934 Teil 1 und Teil 2 (Zigarettenbilder – Zentrale Kosmos Memmingen)
  • 5. Aus Deutschlands Vogelwelt 1936 (Zigaretten- Bilderdienst)
  • 6. Deutsche Heimat ca. 1932 (Cigaretten–Fabrik Garbaty)
  • 7. Die Welt in Bildern 1930 (Tabak und Cigarettenfabrik „Sulima“ Dresden)
  • 8. Die Welt in Bildern 1930 (Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik „Yenidze“ Dresden)
  • 9. Aus Deutschlands Vogelwelt (Reemtsma – Cigarettenfabrik ca. 1935)
  • 10. Wunder der Tierwelt Säugetiere ca. 1934 (Reemtsma – Cigarettenfabrik Altona – Bahrenfeld)
  • 11. Reklamemarken im eigenen Album 2 Stück 1913
  • 12. Landschaften, Tiere im eigenen Album ca.1912
  • 13. Die Vögel der Heimat von 1952 (Vogelschutzwarte)
  • 14. Schelme und Narren von 1953 (Holsteinschen Margarinewerk)
  • 15. Das Land Bayern von 1958 (Herausgegeben von der Bay. Landeszentrale für Heimatdienst)
  • 16. Was wächst und blüht von 1963 (Birkel – Nudel – Werk)
  • 17. Die Fußball – Saison 1965 / 66 Bundesliga
  • 18. Gefiederte Freunde von 1976 (Vogelschutzwarte)
  • 19. Birds und Their Young (The Imperial Tobacco)