Versehgarnituren

In den christlich geprägten Gebieten ist es üblich, im November der Verstorbenen zu gedenken und so nimmt sich das Stück des Monats im November auch dieses Themas an.
In reichen Haushalten gab es bereits seit dem 16. Jahrhundert Standkreuze neben den Betten, die dann auch für die Sterbesakramente verwendet wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts fand dieser Brauch in den katholischen Gebieten Einzug in die bürgerlichen Haushalte. Zum Standkreuz kamen dann noch ein verziertes Tablett, möglichst aus Silber, sowie einige kleine Schalen und zwei Kerzenständer dazu. Solche Garnituren waren ein typisches Hochzeitsgeschenk oder ein Teil der Aussteuer. Die Schalen nahmen Krankenöl und Weihwasser auf. Ein Priester, der zu einem Versehgang gerufen wurde, brachte das Krankenöl und das Weihwasser mit, während die Familie die Versehgarnitur neben dem Bett des Kranken aufgestellt hat. Dieser Brauch wurde bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts gepflegt.